Archiv der Kategorie: Bienen

BeePhone Version 1.0: die Hardware ist fertig, erste Ergebnisse

Nach dem Beelogger war die nächste Idee, in die Beute mit Kamera und Mikrofon reinzuschauen. Aber wie mit kleinem Budget realisieren?

Wie ohne Licht in der Beute filmen? Stört das Filmen die Bienen? Wie sieht es mit einer Nachtsichtkamera aus mit Infrarot?  Stört Infrarot Licht die Bienen?

Bienen sind „rotblind“, sehen auch nicht infrarote Strahlung. Bienen haben ihre Stärken am anderen Ende des Spektrum, im UV Bereich. Also sollte eine IR Kamera und IR LED funktionieren. Danke an Clemens für den Tipp.

Die Wahl fiel wieder auf ein RPi Design (RPi3) mit einer externen IR Kamera und IR LED von  Kuman, Preis bei Amazon ca 30 Euro:

Kuman-NoIR-Camera

Die Kamera hat 5 Megapixel OV5647 Sensor und eine verstellbare Linse zum fokussieren auf nah/fern. Die Kamera wird über ein FCC 15 PIN Kabel am Raspberry CSI (Camera Serial Interface) angeschlossen.

Das FCC Kabel ist nicht gerade ideal für den Ausseneinsatz, und ich will den RPi weiterhin unter der Beute haben. Was tun? Mit ein bisschen Recherche habe ich folgende Adapter gefunden:

Bei Tindie  gibt es ein HDMI-CSI board, sodass die Verbindung zwischen Kamera und RPi über ein HDMI Kabel realisierbar ist:

 

Tindie-HDMI-CSI-Adapter

Die beiden LED sind viel zu stark für die Bautenbeleuchtung von aussen, also habe ich nur eine LED benutzt. Die LED ist mit der Kamera verschraubbar und wird über Kontakt mit 3,3V versorgt. Das hat allerdings den Nachteil, das die LED ständig an ist.

Ein HDMI Kabel hat 19 PINs, d.h. es sind 4 PINs frei, um zum Beispiel die LED an/auszuschalten über eine Verbindung mit einem GPIO PIN auf dem RPi. Die 4 übrigen PINs sind schlauerweise auf dem Board auf die Platine geführt worden, siehe oben Bild links.

Einen PIN für die LED Stromversorgung über GPIO (3,3V an/aus) und 2 PINs für das Mikrofon, siehe unten.

Als HDMI Kabel habe ich folgendes Flachbandkabel von Conrad benutzt, und den Kabelroller entfernt:

HDMI-Kabel

Als Mikrofon habe ich folgendes Mikro von PChero benutzt:

 

Mikrofon

Als Soundkarte (im RPi Gehäuse untergebracht) wurde eine USB Karte von Ugreen benutzt:

USB-Soundkarte

Bevor ein ein Loch in eine Beute schneide, habe ich die Kamera erstmal an einen selbstgebauten Schaukasten montiert. Das sieht so aus:

Schaukasten-1

Auf der einen Seite des Schaukasten ist das Kamera/Mikrofongehäuse untergebracht. Damit es mit dem fokussieren auf das erste Rähmchen klappt, habe ich zusätzlich einen Abstandskasten aus Holz eingefügt.

Schaukasten-2

Unter dem Kamera/Mikrofongehäuse sieht man das HDMI Kabel das die Kamerasignal, LED an/aus und das Mikrofon überträgt zum RPI unter dem Schaukasten.

Schaukasten-3

Hier die andere Seite des Schaukasten mit dem grossen Schaufenster:

Schaukasten-4

Ein blick von oben….das Kabel ist ein Temperatursensor!

Schaukasten-5

ein Blick durch das Schaufenster zur Kamera und Mikrofon (oben).

BLick hinein

und etwas detailierter (durch die beiden Folien hindurch Richtung Kamera (leider falsch fokussiert auf die vordere Folie).

Schaukasten-6

Der RPi unter dem Schaukasten,

Schaukasten-7

Die Schublade unter der Beute.

Und hier die ersten Ergebnisse:

Video 10 sec mit IR-LED an (man sieht den Reflex der LED in der Folie, links das Mikrofon, Das Video steht auf der Seite, eigentlich ist das Mikrofon oben):

 

Video 10 Sec mit IR-LED aus (tags, Streulicht von unten weil Schublade auf, man sieht die rote LED von der Kamera an in der Mitte in der Folie reflektieren):

 

und dasselbe nachts (man kann schwach die rote Kamera LED erkennen als Reflexion in der Mitte), ansonsten dunkel :-), Aufnahme 0:54 Uhr:

 

und jetzt nochmals mit LED an nachts, Aufnahme 0:56 Uhr:

Die Videos wurden mit ein  Python Program aufgenommen, über einen Webserver zugreizbar:

#sudo python3 beestream3.py
import RPi.GPIO as GPIO
import io
import picamera
import socketserver
from threading import Condition
from http import server

PAGE=“““\
<html>
<head>
<title>BeePhone MJPEG streaming demo</title>
</head>
<body>
<h1>BeePhone MJPEG streaming demo</h1>
<img src=“stream.mjpg“ width=“640″ height=“480″ />
</body>
</html>
„““

# ————-
# Configuration
# ————-
# set method of counting for GPIO pins
GPIO.setmode(GPIO.BOARD)
# Pin 11 (GPIO17) set for output
GPIO.setup(11, GPIO.OUT)
# Switch pin to HIGH (3,3V) to light IR LED, LOW to turn off
GPIO.output(11, GPIO.HIGH)

with picamera.PiCamera(resolution=’640×480′, framerate=24) as camera:output = StreamingOutput()
camera.start_recording(output, format=’mjpeg‘)
try:
address = (“, 8000)
server = StreamingServer(address, StreamingHandler)
server.serve_forever()
finally:
camera.stop_recording()

 

Und ein Mikrofonmitschnitt von 8 Sekunden (aufgenommen mit arecord -f cd -D plughw:1 test.wav)

 

Und noch ein Mitschnitt vom 11.7. über 120 sec

 

Und hier die Auswertung der 120 sec Audiodatei. Vielen Dank an Andreas.

Audiodatei beschaffen

$ wget http://blog.hies.de/wp-content/uploads/2017/07/arecord-mhies-11-7-2017-120sec.wav

Sonagramm darstellen

$ sox arecord-mhies-11-7-2017-120sec.wav arecord-mhies-11-7-2017-120sec-resampled.wav remix 1,2 norm -3 sinc 30-1500 rate 3000
$ sox arecord-mhies-11-7-2017-120sec-resampled.wav -n spectrogram -h -m -p 3 -z 85 -y 768 -o arecord-mhies-11-7-2017-120sec-sonagram.png

Spektrale Leistungsdichte darstellen

$ xvfb-run audiohealth power --audiofile arecord-mhies-11-7-2017-120sec.wav --pngfile arecord-mhies-11-7-2017-120sec-power.png

==================
Peaks by frequency
==================
          55.37 Hz            587.00 RMS
         147.66 Hz            359.64 RMS
         246.09 Hz           1053.50 RMS
         344.53 Hz            888.79 RMS
        1125.88 Hz            108.60 RMS

==============
Peaks by power
==============
        1053.50 RMS            246.09 Hz
         888.79 RMS            344.53 Hz
         587.00 RMS             55.37 Hz
         359.64 RMS            147.66 Hz
         108.60 RMS           1125.88 Hz

========
Analysis
========
Colony has high activity. Reason: Frequency at 246.09375 Hz has a power of 1053.49682617 RMS, which is >= 1000 RMS.

Mit OSBH audio analyzer analysieren

$ audiohealth analyze --analyzer tools/osbh-audioanalyzer/bin/test --audiofile arecord-mhies-11-7-2017-120sec.wav

Duration: 122s
Strategy: lr-2.1

==================
Sequence of states
==================
active, active, active, active, active, active, active, active, active, active, active, active

===================
Compressed timeline
===================
  0s - 120s   active          ============

==============
Total duration
==============
       120s   active          ============

======
Result
======
The most common events (i.e. the events with the highest total duration) are:

     The colony is mostly in »ACTIVE« state, which is going on for 120 seconds.

Beelogger Version 2

Nach einer langen Pause habe ich den Beelogger Version 2 erstellt. Die Versuche mit Wägezellen aus Personenwaagen habe ich aufgegeben, für den Dauerlastbereich nicht geeignet. Also zurück zur alten Methode mit mehr „professionellen“ Wägezellen.

Leider sind die S-Type Zellen zu teuer geworden, sodass ich auf die Plattformwägezellen CZL601 zurückgegriffen habe, bestellt bei Tinkerforge zum Preis von 11,99 € pro Stück.

load_cell_50kg_800

Die Konstruktion ist wieder ein Vierling, einfach realisiert mit Alu-Schienen und kleinem Holzrahmen. Diesmal habe ich es direkt auf den Unterboden der Dadantbeute geschraubt. Kosten der Konstruktion sehr überschaubar:

  • 2 Alu-Schienen a 1 m aus dem Baumarkt, 3mm dick, 40mm breit a 5 €.
  • Schrauben und Holz waren vorhanden.

Die Konstruktion ist 65 mm hoch, ich werde von aussen noch eine Holzblende draufschrauben, um Umwelteinflüsse (Sonne, Regen, Schnee) zu begrenzen.

image5

Detailansicht von der Seite

IMG_1531

von vorne

IMG_1525

komplette Seite

image6

so wurde es verschraubt

IMG_1528

von unten: In der Mitte eine Verteilerdose, mit Raspberry Pi, ADC, Temperatur über 1Wire.  Im Bild oben sieht man den Temperaturfühler, der unter der Beute angebracht ist.

Die rote Teil ist eine wasserfeste Schutzkapsel für Stromzufuhr, darin sind die beiden Netzteile (1 x RPi, 1 x 9 V Anregespannung für Wägezellen).

IMG_1530

schräge Ansicht

IMG_1531

von vorne, man sieht den Kupplungsstecker für den Temperaturfühler, der in der Beute angebracht ist.

Elektronik ist getestet, Datenaufnahmeprogramm funktioniert. Der nächste Schritt ist die Daten mit MQTT zu versenden. Als Backend möchte ich den Server von  www.hiveeyes.org nutzen.

Die ersten Ergebnisse der Testmessungen/Eichungen:

Eine Versuchsreihe mit 9V Anredespannung und 5V Anredespannung ergab keine grossen Unterschiede, die Auflösung/Varianz  (definiert durch die Standardabweichung von vielen Messungen) war mit 5 V sogar besser, sodass ich für die weiteren Messungen die 5V Anredespannung vom RPi Board genommen habe.

Unten eine Messung von einem Tag (indem fast niemand ins Büro gegangen ist, als wenig Störungen vorhanden waren. Ich war lediglich von 0:00-0:20 Uhr und von 17:20-17:40 im Zimmer, dadurch erhöht sich die Temperatur leicht.

Im oberen Chart sieht man gut die Temperaturabsenkung nachts durch die Heizung, ab 6:00 geht es wieder aufwärts bis abends um 21:00 wieder die Absenkung stattfindet. Bei einem Gewicht von 37kg schwanken die Messungen im Bereich von 40g (Std über 10 Messungen ist ein Messpunkt im mittleren Abschnitt).

Das Gewicht schwankt zusammen mit der Temperatur (von 21 auf 23 Grad) von 36,96 kg auf 37,10 kg. Das würde ein Gewichtsshift von  7g pro Grad ergeben, ist also sehr klein, und auch nur ein Messpunkt mit 37kg bei F.S.=200kg.  Im Datenblatt der Wägezellen wird angegeben, das die Zelle Temperaturkompensiert arbeitet im Bereich -10 bis +40C. Der „Temperature effect on span“ wird angegeben mit 0.018% F.S./10C (= 0.018%*200kg(4 Zellen)/10C = 3,6g/C, passt also in der Grössenordnung wie oben gemessen.

Bildschirmfoto 2017-02-10 um 23.31.01

Mit Holz-„Verkleidung“ sieht der Unterboden mit Waage und Elektronik wie folgt aus:

IMG_1604

Die Waage steht auf dem inneren Holzrahmen, der äussere Rahmen ist direkt auf dem Unterboden verschraubt mit Hilfe von 10mm Abstandshölzern.

IMG_1608

Von unten sieht es so aus:

IMG_1606

Um die Temperatur in mehreren Wabengassen zu messen habe ich folgende Konstruktion aus Holz gewählt:

IMG_1590

Der Boden und Deckel ist aus 1,5mm Sperrholz gewählt, der Rahmen besteht aus 5 mm hohem, 10 mm breitem Kantholz.

Die gesamte Konstruktion ist 35 cm lang, und 5 cm breit.

IMG_1591

Hier sind die 7 Temperaturfühler im Abstand von 3,7 cm eingebaut, es fehlt noch der Deckel. Verwendet werden DS18B20 1-Wire Fühler die einfach parallel geschaltet werden und digital ausgelesen werden und durch ihre interne Adresse unterschieden werden können.

IMG_1601

Jetzt die ganze Aperatur mit Deckel. Ziel war es, maximal 8mm Dicke zu erreichen, das ist genau der Platz der übrig ist bei einem Dadant Beutendeckel.

IMG_1602

Kleiner Test ob alles passt. Abstand der Fühler 37 mm (30 mm breite des Rähmchen) und 7mm Abstandstifte.

Und so sieht der Temperaturfühler aus, wenn er auf einem Bienenstock installiert ist:IMG_1609

Und jetzt der komplette Stock mit Bienenwaage:

IMG_1611

Livedaten gibt es hier, auf dem Grafana Dashboard im Detail.

 

Erste Analyse der Beeloggerdaten 2015 mit Tableau

Erste Analyse der Beeloggerdaten 2015 mit Tableau

Endlich habe ich mal Zeit gefunden, die Daten aufzuarbeiten, die ich im letzten Jahr gesammelt habe mit dem Beelogger V1.

Nach vielen Überlegungen habe ich die Tableau Public Software ausgewählt, um die Daten darzustellen.

Vom März 2015 bis März 2016 habe ich über 50.000 Datensätze gesammelt, alle 10 Minuten wurde eine Messung gemacht und gespeichert.

Gewichtsmessungen: 

Das Gewicht wurde durch Mittelwertbildung der Tageswerte berechnet. Aufsetzen der Honigräume, Honigernte, Fütterung usw habe ich als Kommentar bei jeweiligen Datenpunkt hinzugefügt. Das ergibt einen sehr schönen Überblick auf das Bienenjahr 2015.

 

Und hier ist dargestellt die Temperatur im Brutnest im Vergleich zur Aussentemperatur, gemessen unter der Beute. Auch hier wurde der Datenpunkt pro Tag durch Mittelwertbildung der Messwerte (alle 10 Minuten) errechnet.

Während der Brutphase (März-August) ist die Brutnesttemperatur sehr konstant, das liegt auch an der Grösse und Position des Brutnestes. Im Herbst gibt es grosse Schwankungen, durch die Formung der Wintertraube.

Bienenmuseum in Oberbozen (Südtirol)

In Wolfsgruben in Oberbozen ist im Plattner Hof das Imkereimuseum von Südtirol untergebracht, und wir haben diesen Sommer die Chance genutzt, mal hineinzuschnuppern.

DSC02593

Das erste Highlight ist der Plattnerhof selbst, der nicht nur idyllisch liegt, sondern als einer der ältesten Bauernhöfe am Ritten  ein Museum selbst ist und Einblicke in der Leben der Bauern gibt, mehr dazu auf der Webpage des Plattnerhofes.

DSC02594

Der wunderschöne Bienengarten:

DSC02596

Als wir am Hof ankamen, lief gerade ein Bienenvortrag für eine Schulklasse, allerdings im Südtiroler Dialekt, also etwas schwer zu verstehen. An diesem Bienenmodell würde viel erklärt und mit einem Diavortrag vertieft.

DSC02613

Eine Sammlung von alten Beuten: 

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Alte Bienenkörbe:

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Smoker von früher:

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Man kann alte Wabenpressen anschauen, alte Schleudern aus Holz und vieles mehr, eine schöne Imkereisammlung.

Und um dem Plattnerhof herum, ist ein  Bienenlehrpfad zu bestaunen:

DSC02627

 

Also, wer in Südtirol Urlaub macht und Bienen/Imkern mag, der kennt jetzt sein Ziel.

Beelogger Messungen März 2015

Hier die ersten Charts vom Monat März. Die Aussentemperatur schwankt noch sehr.

Alle Zeitangaben sind in UTC, das ist eindeutig und es gibt keine Sommer/Winterzeitumstellungserklärungen.

Wenn es draussen warm ist (bsw 20. März, 24. März), zeigt sich im Gewicht eine Delle von 300 g.  Fehlt hier die ausfliegende Bienenmasse? 300 g = 3000 Bienen unterwegs? Ich werde das mal beobachten.

Die Brutnesttemperatur ist nachwievor sehr konstant bei 34 °C, sehr beachtlich wie konstant die Bienen die Temperatur halten.

Am 15.3. ging es los, der Beelogger wurde installiert, deshalb die Schwankungen am Beginn der Aufzeichnung.

Am 29.3. hat der Wind die Blechabdeckung weggeweht, ich habe es gleich gemerkt und einen kleinen Stein draufgelegt….

…. der Stein war zu klein, erneut ist die Blechabdeckung weg, und danach habe ich einen GROSSEN Pflasterstein auf das Beutendach gelegt, ein Plus von 6,4 kg, dank Sturmtief Niklas.

Beelogger Version 1.0 ist fertig und „Online“

Es ist soweit, Anfang März habe ich alles zusammengebaut und die Anschlüsse auf ein Breakout-Board gelötet und den RPi mit Deltasigma Board und Breakout-Board in das Spritzwassergeschützte Gehäuse eingebaut.

IMG_1617

Im Bild oben sind die 3 Tempartursensor-Anschlüsse zu sehen. Links und rechts die Anschlüsse für die 4 Wägezellen, und unten die Stromzufuhr über das Micro-USB Netzteil.

 

Steckerkupplung

Die Sensor Anschlüsse habe ich über eine wasserdichte Steckverbindung (4-poliger Stecker) aus dem Bootbau realisiert, dadurch ist es leicht die Sensoren von dem Beelogger zu trennen (Details siehe Blog Materialliste).

Und so sieht der Beelogger aus von der Ferne, mit den 7 Anschlüsse für Sensoren und dem Netzteilanschluss.

IMG_1616

Das ganze eingebaut auf einen Unterrahmen und verbunden mit dem Beutenunterboden.

IMG_1624

 

Jetzt ist es soweit, das System kann in „Produktion“ gehen.

Ach ja, die Software, die ist getestet und ihr könnt euch den Code auf Github ansehen, bsw runterladen:

https://github.com/beelogger

Das Skript  beelogger-v-1-1.py ist im crontab des Raspberry eingetragen, und startet damit automatisch nach jeden Reboot oder Stecker einstecken.

Die Zeile aus dem Crontab (/etc/crontab):

@reboot root /usr/bin/python /home/pi/beelogger/beelogger-v-1-1.py &

Wichtig, mit dem „&“ am Ende der Zeile startet das Program/Skript im Hintergrund und ist somit unabhängig von irgendwelchen Terminalanbindungen etc. Ob es geklappt hat mit Cron könnt ihr überprüfen, indem ihr den Prozess mit dem Linux Kommando „ps“ sucht, zu Beispiel so:

pi@beelogger $ ps aux | grep -i python

Was macht das Skript jetzt? Einfach alle 10 Minuten die 7 Sensoren abfragen und die Werte in ein CVS Datei schreibt. CVS steht für „Comma-separated values“, kennt ihr bestimmt von Excel. Eine solche Datei lässt sich leicht ein Tabellenkalkulationsprogramm einlesen, oder eben in eine Datenbank, wie MySQL, und dann muss man die Daten nur noch grafisch aufarbeiten und ausgeben, fertig.

Das Programm schreibt jeden Tag eine neue CVS Datei, die über das Datum im Dateinamen unterschiedenwird. Alle Zeitangaben sind in UTC. Beispiel: beelogger_2015-03-14.csv

Zu anschauen der CSV Datei nutzt man den  Linux Befehl:

pi@beelogger $ cat /home/pi/beelogger/data/Beelogger_2015-03-14.csv

Datum,Uhrzeit,Temp1,Temp2,Temp3,Gewicht1,Gewichtsabw1,Gewicht2,Gewichtsabw2,Gewicht3,Gewichtsabw3,Gewicht4,Gewichtsabw4,Gesamtgewicht,Gewichtabw

2015-03-14, 21:38:04, 21.562, 22.062, 0, 3.364, 0.003, 4.13, 0.003, 7.12, 0.0, 3.344, 0.003, 17.958, 0.009

2015-03 14, 21:48:00, 21.687, 22.062, 0,3.373,0.0, 4.149, 0.003, 7.134, 0.005, 3.356, 0.004, 18.012, 0.012
………………

Das Programm erzeugt auch eigene Syslog-Datei, d.h. eine Ereignissprotokolldatei, die protokolliert, welche Schritte das Skript durchführt:

pi@beelogger  $ cat /home/pi/beelogger/syslog/beelogger.log
2015-03-14 21:38:02,382 Beelogger Program startet
2015-03-14 21:38:04,087 Temperature Sensor 10-000802bd07be started
2015-03-14 21:38:04,096 Temperature Sensor 10-000802dc101e started
2015-03-14 21:38:04,102 Create new datafile Beelogger_2015-03-14.csv

Jetzt gehts zum Bienenstand, und der Unterboden mit dem Beelogger wird unter eine Bienenbeute gestellt, das sieht dann so aus:

Bienenbeute mit Beelogger-Unterbau

Die ersten Messungen 15.-16.3.2015, Beutengewicht 38kg, Aussentemperatur 15-3 Grad, Brutnesttemperatur 34-35 Grad, das Volk brütet 🙂

Bildschirmfoto 2015-03-16 um 21.08.56

BeeLogger Architektur und erster Prototyp

Der erste Prototyp des BeeLogger mit den Gewichtssensoren und Temperatursensor funktioniert. Jetzt muss das ganze noch in ein ein spritzwassergeschützes Gehäuse gebracht werden und es kann losgehen, das wird noch ein wenig dauern. Hier ein Bild des momentanen Aufbaus, auf einem Unterrahmen sind die Gewichtssensoren aufgeschraubt:

Beelogger-Unterbau
Beelogger-Unterbau

Auf die Gewichtssensoren wird der Beutenunterboden aufgesetzt.

Beelogger Aufbau
Beelogger Aufbau

Der RPi ist in einer spritzwassergeschützten Verteilerdose (IP54, bei Obi für 7 Euro) untergebracht, und auf dem Unterrahmen montiert.

Der Temperatursensor ist mit dem DS18S20 (kostet bei Conrad 5 Euro) realisiert.

Temperatursensor DS18S20
Temperatursensor DS18S20

Der Sensor im TO92 Gehäuse ist mit Schrumpfschläuchen eingeschweisst.

DS18S20 in Schrumpfschlauch
DS18S20 in Schrumpfschlauch

Die Bienenstöcke sind im Garten, WLAN Empfang ist ausreichend für die Übertragung der Loggerdaten.

Es ist Zeit die Ideen konkreter aufzuschreiben und die Architektur des Systems vorzustellen.

Der BeeLogger basiert auf der Idee, Sensoren an einen Raspberry-Pi Minicomputer anzuschliessen und dort die Messdaten zu erfassen und für die weitere Verarbeitung bereitzustellen.

Bild 1: BeeLogger Architektur
Bild 1: BeeLogger Architektur

 

Die Sensoren werden entweder über die GPIO Schnittstelle direkt angeschlossen (bsw Temperatur) , über ein ADC Board (DeltaSigma, bsw die Gewichtssensoren) oder über die zur Verfügung stehende USB Schnittstelle (bsw Kamera, Mikrofon). Über WLAN oder GSM werden die Daten an den BeeServer übertragen. Der RPi soll lediglich als Datalogger , also Datenspeicher dienen.

Auf der Serverseite gibt es viele Möglichkeiten, die Daten weiterzuverarbeiten. Zunächst werden die Logdateien (eine Datei pro Tag) in eine MySQL Datenbank eingelesen und dann mit einem grafischen Ausgabetool zur Verfügung gestellt. Den BeeServer habe ich noch nicht realisiert, ist bisher nur eine Idee, sollte aber alles möglich sein.

Jetzt zu den Sensoren. Da gibt es im Netz ja schon viele Ideen, wie die Sensordaten beim „Imkern“ helfen können.

  1. Gewicht der Beute
    • Abschätzung, ob genügend Winterfutter vorhanden ist
    • anzeigen von Honigverlust durch Räuberei im Herbst
    • Honigverbrauch im Winter
    • Honigvorräte im Frühjahr abschätzen, falls noch keine Pollen vorhanden sind
    • feststellen und messen des Honigeintrages
    • festlegen, wann Honigräume aufgestellt werden müssen
    • Zeitpunkt für Honigernte bestimmen
  2. Gewichtsverteilung der Beute
    • durch die 4 Gewichtssensoren und unabhängige Messungen lässt sich einfach der Schwerpunkt der Beute bestimmen
    • Feststellen, wo das Brutnest liegt und wieviele Rähmchen Honig tragen
    • Verteilung des Honig beim Honigeintrag im Frühjahr/Sommer
    • Imkern mit Trennschied
  3. Temperatur in der Beute
    • Temperaturverlauf im Bienenstock (Tag/Nacht) im Vergleich zur Aussentemperatur
    • Beginn der Brutzeit durch Messung der Temperatur im Brutnest (33-36 C)
    • Warnung bei Überhitzung des Bienenstocks (Gefahr für Brut und instabile Wachsmittelwände)
    • Temperatur der Wintertraube (20-22 C) überwachen
    • feststellen ob Stock brutfrei ist zu Beginn des Winters
  4. Feuchtemessung in der Bienenbeute
    • Überwachung der Feuchteregulierung im Bienenstock
    • Beziehung zwischen Brutnestgrösse und Wasserhaushalt im Stock
    • Tagesgang der Feuchte/Temperatur
  5. Endoskopkamera in der Beute
    • beobachten der Aktivität im Bienenstock
    • Wärmebildaufnahme Brutnest?
  6. Mikrofon in der Beute
    • Tuten der Jungkönigin, Schwarmalarm (Vorschwarm mit alter Königin schon weg?)
    • Quaken der ungeschlüpften Königinen (Nachschwarm?)
    • Piping der Arbeiterinnen (200-250 Hz) bevor Schwarm Nest verlässt, Schwarmalarm (siehe www.beehacker.com)
  7. Lichtschranke am Nesteingang 
    • Abschätzung der Flugaktivitäten, Zählen der Flüge
    • Räubereialarm (Kämpfe am Nesteingang)
    • Schwarmalarm bei viel Aktivität am Nesteingang
    • Alarm das Gemüll am Nesteingang nicht weggeräumt

Es gibt sicher noch viele Ideen mehr, mal sehen was sich realisieren lässt. Bei Hobos findet man noch einiges an Informationen. Sehr empfehlenswert.

 

 

 

Bienen, Wespen und Hornissen in Malaysia 2014

In Tioman haben wir ein wunderschönes Hornissennest am Strand entdeckt. Die Hornissen hatten eine beeindruckende Grössen, und die Leute im Ressort haben einen grossen Bogen um das Nest gemacht.

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Hier eine Nahaufnahme einer Hornisse:

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Oft fanden wir Info-Tafel zum Schutz und Aufklärung über die Stellung der Biene im Ökosystem, sehr überraschend.

Auf Tioman fand ich folgendes:

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Und in Singapur gab es auch einige Schautafeln im Nationalpark MacRitchie Reservoir.

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